Auszüge aus Notizen des
Pfarrers W. Koch
(Herressen,
Sulzbach, Oberndorf)
1242
- Dietrich der Kahle, Schenk von Apolda, schenkt dem Kloster Heusdorf
einen Weinberg, einen Fischteich
und vier Höfe
zu Utenbach, damit er und seine Familie
in Kloster beerdigt werden.
1291
- Lutolf Vitztum von Eckolstedt eignet dem Kloster Heusdorf 3 Malter
von 1 Hufe zu Herresssen
1463
- Der Vogt des Klosters in Heusdorf hat das höchste Gericht in Herressen
1499
- Streit zwischen dem Kloster Heusdorf und Christoph von Teubenheim über einen
Weinberg bei Dornburg.
Unter den Zeugen : " Etlich von Herßen, nämlich Martin Hayn und Martin
Sybot "
1520
- Bert Vitztum gibt dem Kloster Heusdorf 1 Hufe, 1 Hof zu Oberndorf, desgleichen
in Herressen mit dem "Geding",
daß das Kloster der Kapelle zu Rüdersdorf solle reichen 2 Scheffel und
1 Metze, halb Korn, halb Hafer
1533
- war Herressen Filiale von Oberroßla, galt aber 1539 und 1554 als Filiale von
Sulzbach
1556
- Mittwoch nach Andreas Vertrag zwischen der Gemeinde zu Herressen und der
tugendsamen Frauen Elisabetgen Siebolts,
Johannis
Siebolts nachgelassener
Witwe. Wiese am
Trödellande Trifft.
Unterschriften: : Laurentius Vater, dieser Zeit Pfarr. Herr zu
Sulzbach
1625
- Drei Todesfälle verzeichnet " auch als Pest "
1628
- ein Todesfall Pest
1626
- die Kaiserlichen Truppen zuerst in unserer Nähe. Reiterei Wallensteins
Rastenberg überfallen und
große Heereslieferungen
ausgeschrieben.
1627
- April : Kaiserliche in Camburg
1628
- August : Kaiserliche in Apolda
1629
- (Beginn des Kirchenbaues) die Wallensteinischen Truppen in Weimarischen Landen
Kontributionen ausgeschrieben,
bei der Eintreibung höchst grausam
1630
- Frühjahr : starke Einquartierungen
1631
- die Kriegssitten immer wilder, nicht mehr Kontributionen - "
Plünderungen "
1631
- Juni und Juli : " Zeit der Plünderung ". Nun grausamer Ernst : Auf
den Höhen Wachen: Niedersenken eines Strohwisches,
Dienstag
und Freitags Betstunden, dazu jeder verpflichtet, die
Feiern von Kirmes, Tanz und Saitenspiel bei
Hochzeiten
und Taufen verboten. Befehl
nicht mehr nötig Lustbarkeiten schon längst
verstummt.
1632
- Frühjahr : Apolda geplündert
1634
- 3. Oktober: etwa 20 Soldaten in Herressen, auf Glockenschlag
Sulzbach und Oberndorf zur Hilfe,
wird 70 - jähriger
erschossen.
1635
- Apolda von Kaiserlichen geplündert
1636
- die letzten schlimmsten Jahre. Im Frühjahr die Kaiserlichen die Kelche in
Sulzbach und Herressen mitgenommen.
Im Sommer die Schweden, im Herbst nochmals die Schweden.
1637
- Frühjahr (Estnacht) die Kaiserlichen die Äcker verwüstet, die von Menschen
geackert. Sommer die Schweden in Herressen
und Sulzbach einquartiert, geraubt, was gewachsen.
Im Herbst (Michaelis) die Kaiserlichen unter
General Götze
abermals durchmarschiert!
Im Frühjahr Seuche (Pest), der in
Herressen : 53, in Sulzbach 36, in Oberndorf :108
zum Opfer ! Schon 36 Pest gewütet,
Pfarrer
davon gestorben. Von Juli 36 bis Januar 38 Sterbezeit " so groß
", dass niemand aufgezeichnet.
1639
- Frühjahr - seitdem die Kaiserlichen da " Unmenschlich gehaust "
1640
- Frühjahr die Schweden wieder da. Gegend um Weimar schwer zu leiden. Die
Einwohner nach Kapellendorf geflüchtet.
164 "Hungers gestorben "
1644
- schwere Unwetter (Hagel) das Getreide vernichtet
1645
- schwere Plünderungen
1647
- ebenso. September schwedische Reiter in Sulzbach erschossen. Oktober die
Einwohner wieder nach Kapellendorf
wegen " Kaiserlichen Marsch "
1648
- die Blattern viele Kinder
1649
- noch pfälzische Soldaten im Quartier. Hunger und Pest schrecklich gehaust.
Herressen vor dem Krieg 200 Einwohner
(nicht zu niedrig
geschätzt !). Ende 1640 noch 43 !!!!
1650
- 19.August " lang erwünschtes " Friedensfest - gar festlich "
begangen. Nur langsam von den tiefen Schäden
des Krieges erholt
1660 = 100
Einwohner
1680 = 115 Einwohner
1780
= 117 Einwohner
erst 1860 =
211 Einwohner, Stand wie vor dem Krieg.
Auch die sittlichen Schädigungen haben lange nachgewirkt. Selbst Lehrer
beschweren sich, daß Frau nicht treu.
Zum Ende dieses Jahrhunderts eine starke Bewegung durch ganz
Deutschland: wollen wieder besser, ernster,
heiliger
werden. Die Folgen deutlich in Abendmahlsziffern:
1677
- knapp 200
1730
- über 400! In diesem Zeitraum kirchlicher Neubau, reges kirchliches Leben.
Dann einl angsames Nachlassen.
(Vielleicht durch
Rückgang
der Bevölkerung !)
Noch bei 117 Einwohnern, 320 Abendsmahlgäste ! Das heißt doch : die
meisten 5 mal zum Abendmahl !
Inzwischen wieder schwere Jahre über unsere Dörfer dahingegangen !
1756
- Im August der 7-jährige Krieg ausgesprochen ("da der alte Fritz strebt
um Sachsens Besitz"),d er in den Jahren 1757 - 1762
auch
Thüringer trifft, vor allem auch die Weimarischen Lande
(Anna Amalia - Nichte Friedrich des Großen).
Schlechte Zeiten vorausgegangen.
1756
- die Gemeinde Erlaßgesuch 511 Gulden Steuerschuld durch Mißwuchs und Schaden,
durch größte Armut und Gefahren
Leben
gabe
von 640 Äckern, 360 Scheffel Getreide, 4
Scheffel Rübsamen, 48 Schock Geldzinsen.
1757
- 4. November (Tag der Schlacht bei Katzbach). Eine Bagage der Reichsarmee
in Herressen, Sulzbach, Oberndorf
eingerückt.
200
Mann, 250 Pferde. Verpflegung erpreßt. Außerdem
Furage - Lieferung nach Eckolstädt. Herressen = 23 Scheffel Hafer,
20 Zentner Heu. Mit 6 Karren, 4 Pferden und 40 Ochsen dorthin. Weiter nach
Leipzig 12 Tage lang.
Mit
Schubkarren und Tragekörben in finsterer Nacht! " erbärmlich
anzusehen ! " Von Weimar Oberstleutnant...
(Nachts 11 Uhr ) traurige Bericht "
Nirgens mehr war zu finden,
die Not noch nicht alle ". Am 6.11. die Nachricht
von Roßbach: " die ganze Armee geschlagen, gefangen- genommen und
zerstreut." Abends nach Groß-
und
Kleinschwabhausen weiter. Schon vorher arm nun gänzlich verarmt.
1806
- 14. Oktober der Schlachtenlärm. Viele Schaulustige, dann der Schrecken :
Geschlagen, die Franzosen. Schlimm gehaust.
Auch
Kirche nicht verschont. Opferkasten erbrochen, sogar den
silbernen Kelch mitgenommen ! " Die große Nation " ?
Der erlittene
Schaden wurde
auf über 100 Taler berechnet
!
1812
- Napoleon auf der Flucht, Reste der " Großen Armee "
1815
- große Französische Einquartierungen Ende Oktober nach der Schlacht bei
Leipzig , zuerst die flüchtenden Franzosen,
schlimm
gehaust, dann die siegreichen Verbündeten. Ruhige
Zeiten, die letzten
Feindeshorden in unserem Land.
Doch schon
vor dem Krieg um die Jahrhundertwende
(1798) beginnen - der Verfall der Abendmahlssitten :
1797 noch 367, 1850 nur noch
140. 1870=71 aus Herressen = Kriegsteilnehmer
1870 -
Ab 1870 steigende Bevölkerung, aber abnehmende Abendmahlsgäste :
1875 - 244 - 144
1900 - 272 - 73
1905 - 298 - 62
1919 - 349 - 49
1915 - 394 - 62
1925 - 425 - 34
1890
- Seit den 90er Jahren auch Rückgang der Kirchenbesucher.
Klagender Ruf der Glocken " Warum kommt ihr nicht ?
"
1914
- 28 Ausgerückt. Viele nachgefolgt. 13 geblieben.
Weitere historische Daten aus
der Oberndorfer Chronik
Oberndorf
war ein Bauerndorf. Bis 1945 wurden außer Fleisch und Getreide nichts anderes
produziert. Nach 1945 wurde dem Rüben-, Tabak- und Gemüseanbau mehr Bedeutung
beigemessen. Die Durchschnittsbodenwert-zahl liegt bei 55,5.
Die
Oberndorfer Kirche, Filiale von Sulzbach, stammt aus dem 14.Jahrhundert. Über
dem Eingang aber steht die Jahreszahl 1713. Das Langhaus und die dazugehörigen
Türen wurden erst später gebaut. Der Erbauer der Orgel ist Witzmann, Stadtilm.
Das Geläut besteht aus drei Glocken. In den Kriegsjahren ( im Winter 1941/42)
wurden zwei entfernt, eine wurde später wieder gebracht und die dritte , eine
aus Spenden finanzierte neue Glocke, konnte vom Bischof Mitzenheim am
03.12.1965 geweiht werden. Ein Ereignis, welches sich nicht so schnell
wieder ereignen wird. Die Uhr im Kirchturm wurde von Frau Henriette Lisker
gestiftet. Die Jahreszahl ist unbekannt. In dem großen Kirchgarten, ehemaliger
Friedhof, steht u.a. eine große Eiche, welche am 11.11.1883 von Otto
Liebeskind, als er 9 Jahre alt war, gepflanzt wurde. Am Ortsausgang von
Oberndorf in Richtung Kapellendorf konnte man vor dem Toreingang noch einen
Mühlstein stehen sehen. Dieser erinnerte daran, dass sich hier eine Mühle
befand. Das Mühlrad hatte einen Durchmesser von 5,5 m und war somit das
größte Wasserrad der fünf Mühlen im Moorental. Es wurde Anfang der 40er
Jahre entfernt, da es zerfallen war. Aus Archivakten haben wir erfahren
können, dass es 1699 bereits eine Mühle in Oberndorf gegeben hat. Der damalige
Müller Christian Hohndorf hatte in dem gleichen Jahr einen Rechtsstreit
im Zusammenhang mit dem Wehrneubau auszufechten.
Die
Oberndorfer Schule wurde in den Jahren 1905 - 1908 neu erbaut. Das Apoldaer
Tageblatt berichtet über die Einweihung der Schule am 13.11.1908. 1908 konnten
sich die Einwohner von Oberndorf für die Belieferung von elektrischer Energie
bei der Überlandzentrale Oberroßla anmelden. In einer Satzung "
Bedingungen zur Lieferung für die elektrische Energie zur Beleuchtung und
Kraftübertragung durch die Überlandzentrale Oberroßla e.G.m.b.H. vom 19.Juli
1908" wurde informiert. Diese Satzung wurde im Jahr 1936 neu herausgegeben.
1905
am 2.Juli wurde der Sängerstein gesetzt. 1930 feierten die Oberndorfer Sänger
des Vereins " Concordia " ihr 100. Stiftungsfest.
1912
wurde von der Firma Hübscher aus Jena die Oberndorfer Wasserleitung neu
verlegt (1.Bau der Leitung 1904, Inbetriebnahme 1905). Zum Zwecke des
Wasserleitungsbaues nahm die Gemeinde auch Darlehn auf. So wurden z.B. vom
Landwirt Karl Böhm, Oberndorf 4.000,00 M an die Gemeinde verliehen
(Schuldschein v.1.3.1907 liegt vor). Der Landwirt Oskar Sander übergab
leihweise der Gemeinde ebenfalls 4.000,00 M zum Wasserleitungsbau der Quellen
von Karl Füllsack ( Schuldschein 1.10.1912). Zum Stiftungsfest des Turnvereins
Schöten am 15.05.1920 konnte auch der Oberndorfer Turnverein begrüßt werden,
schreibt die Apoldaer Zeitung am 20.2.1920. Im Jahr 1909 wurde zum erstenmal
Kirmes mit einem Burschenverein gefeiert.1929 wurde die erste Burschenfahne
geweiht. Diese Fahne hat Höhen und Tiefen überstanden..
1925
wurde in gemeinsamer Arbeit der Einwohner von Oberndorf mit dem Bau des Saales
an der Südseite der Gaststätte begonnen. Im Januar 1926 war die festliche
Einweihung.
Vom
16.10.1923 bis 31.03.1924 war Oberndorf in die Ortschaften Herressen - Sulzbach
eingemeindet gewesen. Es gehörte zur Bildung des Kreises Apolda und später zum
Landkreis Weimar.
Im
Zusammenhang mit der Zusammenlegung der Orte Herressen - Sulzbach - Oberndorf
wurden 1924 die Ortschöffen benannt. 1935 erscheint für die Gemeinde Oberndorf
eine neue Hauptsatzung, 1936 wird sie geändert und neu bestätigt. 1942 wird
wiederum eine Änderung der Hauptsatzung der Gemeinde herausgegeben.
Außer
den schon bestehenden Feuerwehrverein, Gesangsverein, Turnverein,
Burschengesellschaft wird am 01.02.1936 die Sparte T 335 der Kaninchenzüchter
gegründet.
Am
11.05.1936 war wohl in Oberndorf die größte Hochwasserkatastrophe. An einem
Stein in der Dorfmitte und an der Mauer der Gaststätte hatte man eingemeißelt
wie hoch das Wasser gestanden hat.
Nach
Ende des Krieges 1945 musste man die traurige Nachricht erfahren, dass auch der
2.Weltkrieg seine Opfer forderte. Wie auch nach dem 1.Weltkrieg waren Männer
von Oberndorf als Gefallene und Vermisste zu beklagen.
Diesen
Männern zu Ehren wurde eine Gedenktafel angefertigt und am Kriegerdenkmal
aufgestellt. Dafür gingen im Jahr 1957 Fritz Scherneck und Hans Koch mit einer
Spendenliste von Haus zu Haus, obwohl diese Aktion zu der damaligen Zeit mit
einem großen Risiko verbunden war.
Aus
Protokollen der Gemeinderatssitzungen ist zu entnehmen, dass in den Jahren 1946
bis 1950 viel unternommen wurde, um den Einwohnern zu helfen. Es wurden
Beschlüsse gefasst, u.a. über Hausbrand, Vergabe von Holz an Bedürftige,
Verpachtung der ledigen Gemeindeäcker und vieles mehr.
Weiterhin
wurden vom Kreisamt Weimar Gemeinden verpflichtet im Thüringer Wald Holz zu
schlagen; auch Oberndorf gehörte dazu. Es wurde ein Ortsgesetz geschaffen, wo
Leute aufgefordert wurden das Holz zu schlagen und Pferdebesitzer mussten das
Holz abfahren.
1947
kam in einer Gemeindevertretersitzung zur Sprache, dass eine
Konsumgenossenschaft im Gemeindegasthof errichtet werden soll.
Auf
Grund der Umsiedler verdoppelte sich fast die Einwohnerzahl von Oberndorf.
Auch
das trug dazu bei, dass 1950 die Trinkwasserleitung (Wiegenbach) erneuert und
die Energiefreileitung ausgewechselt wurde. Die Durchgangsstraße erhielt einen
Pflasterbelag.
Nach
dem Hochwasser 1953 wurde viel unternommen, damit künftig Schäden so gering
wie möglich gehalten werden. So wurde z.B. ein Teilstück des
"Steingrabens " verrohrt, die Kanalisation in der Gasse sowie die
Verrohrung offener Gräben im Gemeindezentrum in Bürgerinitiative vorgenommen.
1960
im Februar wurde die LPG Typ III " Werlitzgrund" und im März die LPG
Typ I " Gute Hoffnung " gegründet. Bis dahin befanden sich 32
ablieferungspflichtige landwirtschaftliche Privatbetriebe in der Gemeinde.
Die
Umgestaltung der Privatbetriebe zur Genossenschaft hatte viele Unstimmigkeiten
und Unruhen unter die Bauern gebracht.
1966
wurde die Lehrerwohnung instandgesetzt und die Klassenräume der Schule wurden
mit neuen Möbeln und Neonbeleuchtung ausgestattet.
1967
wurde ein Kindergarten durch Um- und Ausbau eine Wohnhauses errichtet.
1968
wird ein Mehrzweckgebäude neben der Gaststätte gebaut. Darin befinden sich
Räume der LPG, u.a. das Büro sowie ein Speiseraum. Im unteren Bereich
befindet sich die Feuerwehr, die dann im Jahr 1970 ein Löschfahrzeug Typ "
Robur ", erhält.
1970
soll im allgemeinen das Ortsbild verschönert werden. So erhält z.B. der
Friedhof einen neuen Zaun, Koniferen werden angepflanzt, Grünanlagen und
Rosenrabatten angelegt.
1971
werden alle Mittel für den Straßenbau konzentriert. Die Straßen werden mit
verworfenen Betonplatten vom Wohnungsbau belegt. Auf den Fußwegen werden
Gehwegplatten verlegt.
Eine
Ärztezimmer wird neu errichtet und seiner Bestimmung übergeben.
Im
Juni 1971 wird die Selbstbedienungsverkaufsstelle nach Um- und Ausbau eröffnet.
Nachdem
es 1969 zum Zusammenschluß beider LPG's - zur LPG Typ III kam, wurde 1972 eine
Bullenmastanlage für etwa 120 Tiere gebaut.
1974
beginnen die Bauarbeiten für ein Naherholungszentrum mit Schwimmbad.
1976
wird das Naherholungszentrum fertiggestellt, das Energienetz wird erneuert und
eine neue Ortbeleuchtung ist beschafft.
1977
ist nach fast dreijähriger Bauzeit das Naherholungszentrum eingeweiht. Es wird
eine transportable Kegelbahn angeschafft.
1978
werden zwei private Handwerksbetriebe eröffnet, eine Kfz-Werkstatt und eine
Autolackiererei.
1979
beginnen durch die Fa. Flicke, Apolda Bauarbeiten an der Kirche, es geht sehr
schleppend voran. Vom Kreiskirchenamt wurde eine Feierabendbrigade gestellt um
den Turm mit Schieferersatz neu zu decken. Man wollte weitere Bauarbeiten im
Anschluss daran durchführen, aber die Schwierigkeiten der Beschaffung von
Materialien, d.h. die Kapazitäten waren so erheblich, dass alles
stagnierte.
1979
wird für die Gemeinden Herressen - Sulzbach - Oberndorf - Kapellendorf in
Sulzbach eine neue Schule eingeweiht. Alle Schüler sind jetzt dort
untergebracht.
Das
ehemalige Schulgebäude in Oberndorf wird 1984 um- und ausgebaut und noch eine
zusätzliche Wohnung geschaffen.
In
einem ehemaligen Stallgebäude wird im gleichen Jahr mit dem Bau einer Kegelbahn
begonnen.
Auch
ein Eigenheim wird fertiggestellt.
1985
sind Werterhaltungsmaßnahmen im Naherholungsgebiet angesagt, die Befestigung
von 100 m Nebenstraße, die Kegelbahn wird weiter gebaut, die gesamte Ortslage
soll verschönert werden. Es werden Jungbäume angepflanzt sowie vier Fassaden
neu gestaltet.
Es
sind wieder zwei Eigenheim fertiggestellt und es beginnt der Bau eines weiteren
Hauses.
1987/88
wurde die Gaststätte und 1988/89 der Saal rekonstruiert. Im Küchentrakt wurden
Erneuerungsarbeiten vorgenommen. Die Toilettenanlage wurde neu installiert. Der
damalige Wirt, Gert Taudte hat bei diesen Baumaßnahmen sehr viel
Eigeninitiative gezeigt.
1989/90
kam die Wende, die Wiedervereinigung beider deutscher Staaten und mit ihr die
Währungsunion. Nun musste man umdenken. Vieles wurde anders, auch in unserer
Gemeinde. Ein großer Teil der Berufstätigen verlor den Arbeitsplatz.
Die
landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft hat man zu einer
Agrargenossenschaft umgewandelt. Es wurden zwei Geschäftsführer eingesetzt.
Die Geschäftsleitung ist weiterhin in Kapellendorf.
Die
Familien Reibe und Wünscher nahmen ihre landwirtschaftlichen Nutzflächen
zurück und haben sich privatisiert, sie wurden Wiedereinrichter.
Positiv
ist zu erwähnen, dass die Kirchengemeinde Oberndorf mit der Kirchengemeinde
Lauffen-Albstadt Kontakte geknüpft hat. Man besucht sich gegenseitig und es
herrscht reges Interesse.
Auch
die Gemeindeverwaltung sucht Patenschaft mit einem Ort namens Oberndorf. Viele
werden angeschrieben. 1991 wird mit Mauern , Nachbargemeinde Oberndorf,
Briefwechsel geführt, der erste Besuch vereinbart und der Gegenbesuch lässt
auch nicht lange auf sich warten. Es sind gesellige Zeiten mit diesen netten
Leuten.
Herr
Neff aus Mauern überzeugt sich bei so einer Gelegenheit von der hiesigen Flur
und entschließt sich, hier Jagdpächter zu werden.
1991
ist dann mit der Baumaßnahme Kegelbahn ein endgültiges " Aus ". Bis
dahin war es eine Investruine, wo doch anfangs rege Bautätigkeit herrschte.
Eine fünfstellige Geldsumme hätte man haben müssen, um den Bau zu vollenden -
aber woher das Geld nehmen ?
Im
Herbst 1991 bekommt die Oberndorfer Feuerwehr neue Technik. Inzwischen gibt es
im Ort eine aktive Feuerwehr und einen Feuerwehrverein.
Im
September 1991 wird die Konsumverkaufsstelle geschlossen. Es fand sich niemand,
der die Verkaufsstelle privat übernehmen wollte.
Aus
den Räumlichkeiten und dem angrenzenden ehemaligen Backhaus ist ein
Vereinszimmer entstanden.
Zur
Eröffnung am 27.01.1992 waren von jedem Verein ( Feuerwehr, Kegler,
Kaninchenzüchter, Jagdgenossenschaft, Jugend, Kirche, Rentner,
Gemeindevertreter) zwei Mitglieder anwesend.
Von
nun an können die Vereine ihre Zusammenkünfte hier abhalten oder
Familienfeiern stattfinden. Zur Planung hängt eine Kalender aus, wo sich jeder
eintragen lassen kann. Der
1.Rentnernachmittag fand im Februar 1992 dort statt.
Für
die Senioren der Ortschaft wird ca. alle 6 - 8 Wochen so ein Nachmittag von Frau
Karla Scherneck und Frau Käthe Tänzer mit der jeweiligen ABM - Kraft für
Kommunale Dienste, organisiert. Die guten Feen lassen sich immer etwas
einfallen, um die Nachmittage so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten.
Für
diese Mühe gebührt den Frauen Lob und Dank.
An
der B 87 soll ein Gewerbegebiet entstehen. Das heißt, Oberndorfer Flur ist
gefragt. Man entschließt sich Feld zu verkaufen.
Im
April 1992 erfolgt u.a. auch durch unseren damaligen Bürgermeister, Herrn
Tümmler, der erste symbolische Spatenstich - es wird ein Baum gepflanzt.. Bei
dieser Aktion sind noch die Ministerin Frau Lieberknecht, Herr Müller -
Bürgermeister von Apolda, Herr Eulenstein, Bürgermeister Sulzbach, um nur
einige zu nennen , mit dabei. Das
Gewerbegebiet wird eine Fläche von 60 ha haben. Das
Oberndorfer Bad wurde aus finanziellen Gründen 1992 geschlossen.
Es
wird seit Mai 1992 über einen Freizeitpark in der Gemarkung Oberndorf
gesprochen. Als endgültige Größe des Parks sind 40 ha vorgesehen, die erste
Ausbaustufe soll sich zwischen 13 und 15 ha erstrecken. Eigens zur
Projektplanung des Freizeitparks kam die Fa. Erdt und Partner, vertreten durch
Herrn Wichmann, nach Oberndorf.
Seitens
der Stadtverwaltung Apolda sowie des Landratsamtes gab es Kritiken, da die
Gemeinde Oberndorf ohne vorherige Information an genannte Dienststellen geplant
und gehandelt habe.
Schon
Mitte Mai 1993 kam das " Aus " für den geplanten Freizeitpark.
Naturschützer sind dagegen.
1992
entsteht außer dem Projekt Park noch ein Projekt für ein neues Wohngebiet in
der Gemeinde. Eigenheime im kanadischen Stil sollen am Ortseingang (Blaurain)
erbaut werden. 80 Häuser sind geplant, am Ende der Bauzeit sind es gerade zwei,
die errichtet worden sind.
Die
Arbeiten an der Abwasserleitung haben begonnen, in der Oberndorfer Flur wird ein
Abwassersammler entstehen.
Die
Durchgangsstraße Sulzbach-Oberndorf wird erneuert. Für
geplante Straßenbauarbeiten nimmt die Gemeinde eine Kredit von 500.000,00 DM
auf, die Stadt Apolda übernimmt die Bürgschaft. Die
Mittel sind zur Finanzierung der Erneuerung Mittelgasse und Wiegendorfer Weg
vorgesehen. Die Mittelgasse wurde fertiggestellt, für den Wiegendorfer Weg
blieb kein Geld übrig. Im
Zuge der Bauarbeiten der Straße Sulzbach - Oberndorf wurden die Maßnahmen bis
zur Kapellendorfer Straße weitergeführt. Der 2. Bauabschnitt der Kreisstraße
Richtung Kapellendorf begann am 17.Mai 1993.
Am
16.04.1993 läßt sich Bürgermeister Steffen Tümmler auf eigenen Wunsch
abberufen. Hartmut Sander übernimmt ehrenamtlich das Amt und ist gleichzeitig
Abgesandter der Stadtteilverwaltung im Stadtparlament.
Seit
dem 06.05.1993 sind die Moorentalgemeinden Herressen, Sulzbach, Oberndorf
Stadtteile von Apolda.
Trotz
Eingliederung in die Stadt Apolda bleibt der dörfliche Charakter bestehen,
Traditionen werden gewahrt, das Vereinsleben wird ausgebaut und weitergeführt.
Veranstaltungen wie Kirmes, Osterfeuer und ähnliches, werden nach wie vor
stattfinden. Der
Oberndorfer Kindergarten wird am 31.07.1993 geschlossen. Die
Eltern müssen ihre Kinder in andere Kindergärten bringen. Herressen übernimmt
den
größten Teil der Kinder.
1993
baut die Familie Beuthe die ehemalige Dorfschmiede zu einer kleinen ( ca. 40
Plätze) Gaststätte um. 1994
kann jeder Haushalt sich einen Telefonanschluß legen lassen. Im Ort wird
außerdem ein neues Telefonhäuschen errichtet. Bundesweite einheitliche
Vorwahlnummern gibt es bereits seit 1992.
Im
April 1994 gibt es Regengüsse mit Folgen. Am 12.4. gegen 20.00 Uhr sind
die Bäche Werlitz und Wiegenbach so angestiegen, dass nur noch ca. 20 cm bis zu
den Brücken fehlt. Die Ortsfeuerwehr ist im Einsatz. Am 13.April nachmittags
hat sich die Lage wieder normalisiert.
In
der Region Apolda gibt es im Juli erneut extreme Unwetterschäden.
Juni
1994, die Kommunalwahlen stehen vor der Tür. Oberndorf wählt zu ersten Mal
einen Ortbürgermeister.
Als
Kandidaten bewerben sich Frau Rosa-Marie Sander und Herr Hartmut Sander. Am
12.06.1994 kann man nach Auszählung der Wählerstimmen Herrn Sander zum
Ortbürgermeister gratulieren. Es ist eine ehrenamtliche Aufgabe.
Für die Bürger werden Sprechzeiten festgelegt.
1995
im März muss Herr Sander das Amt aus gesundheitlichen Gründen abgeben. Durch
eine neue Wahl wird Herr Rüdiger Eisenbrand Bürgermeister. Herr
Eisenbrand ist wohnhaft in Oberndorf, verheiratet und hat drei Töchter. Er ist
von Beruf Lehrer und unterrichtet in Jena an einem Gymnasium. 1997
wird die Böhmsgasse von Grund auf erneuert. Die Anwohner mussten sich mit 50%
der Kosten beteiligen. Die Gesamtkosten sind 89.000,00 DM.
Das
ehemalige Schwimmbad, das dazugehöriger Gebäude sowie die Außenanlagen sind
in der Pflege der Feuerwehr. 1998 beginnen die Mitglieder der aktiven Feuerwehr
sowie des Feuerwehrvereins mit Instandhaltungsarbeiten am Gebäude. Gleichzeitig
übernehmen die Mitglieder die Umbauarbeiten an dem ehemaligen
Mehrzweckgebäude. Hier sollen ein Versammlungsraum, Lagerraum, Umkleideraum
sowie Unterstellmöglichkeiten für das Löschfahrzeug neu entstehen. Im
gleichen Gebäude soll das Büro des Ortbürgermeisters seinen Sitz
bekommen.
In
den Monaten Juni/Juli 1998 wurde durch die Energiewirtschaft in die Dorfmitte
ein neues Trafohaus gesetzt.
Die
Entwicklung des Dorfes nach der Wende 1989
1993 ...1995
- Erneuerung der
Kreisstraße Kapellendorfer Str. und Erneuerung der ehemaligen
Mittelgasse, jetzt "In der Gasse"
2002 ... 2003 - Erneuerung der Haupterschließungsstraße "Wiegendorfer
Weg" Länge 320 m, Fahrbahn, Gehweg, Beleuchtung,
Parkflächen,
Entwässerung und Grünanlagen.
2004
- Weiterführung des "Wiegendorfer Weges" einschließlich
Grunderneuerung des Dorfteiches und Parkanlage
- Erster Adventsnachmittag und Hoffest am Kastanienhof bei Familie Fenge.
2005
- Neuaufbau der 80 m langen Kirchgartenmauer einschließlich der drei
Eingangspforten (2 Überdachungen) in Eigenleistung
- Kirchturmsanierung komplett.
- Um- und Ausbau der Freuwilliger Feuerwehr, Sozial- und Umkleideräume,
Aufenthaltsraum, Küche
- Einrichtung eines Ortsbürgermeisterbüros
2006
- Sanierung Kirchenschiff Außenputz
- Dorfplatzerneuerung
- Erste öffentliche Übertragung der Fußballweltmeisterschaften im
Kirchgarten als "public-viewing".
2007
- Enthüllung des neurestaurierten Kriegerdenkmals
- Weitere 21 erschlossene Baugrundstücke wurden im Neubaugebiet Am
Blauraine von der Stadtentwicklungsgesellschaft mbH zum
Verkauf und Bebauung angeboten.
2009
- Einweihung des neuen elektrischen Glockengeläutes in Kirche
"Sankt Anna"
- Malermäßige Restaurierung des Kirchenschiffes in der Kirche.
2012
- Restaurierung des Chorraumes der Kirche "Sankt Anna"
2013
- Sanierung des Kirchgartenweges (Neupflasterung)
- Durchführung des 10. Adventsnachmittages und Hoffest mit über 100
Teilnehmern, Besuch der Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht.
2014
- Verlegung eines Glaskabels zur Erreichung eines "schnelleren
Internetes" für den ländlichen Raum durch die Fa. encoline GmbH
aus Gera.
<
zurück >
|