Geschichte          

   

Die Gründungsurkunde

Das Gründungsdatum basiert auf der Urkunde, die König Ludwig der Deutsche am 18. Mai 876  bei einem Aufenthalt in der Pfalz Ingelheim unterschrieb und die heute im Hessischen Staatsarchiv in Marburg liegt. Mit dieser Urkunde schlichtete Ludwig einen Streit zwischen dem Abt von Mainz und dem Kloster Fulda um den Zehnt in verschiedenen Teilen seines Herrschaftsbereiches. Der Streit betraf auch eine ganze Reihe von Siedlungen in Thüringen. Sie werden in der Urkunde genannt. Für die meisten von ihnen wurde dieses Dokument zum Zeugnis ihrer urkundlichen Ersterwähnung. Dazu gehören auch 17 Ortschaften im heutigen Weimarer Land.

Zur Flur gehört die Wüstung Dieterstedt und unter Hinzurechnung derselben beträgt der Flächenbestand 492,8011 ha ( Oberndorf 331,2236 ha; Dieterstedt 161,5775 ha). Die Gemeinde hat eine Nutzfläche von 420 ha. 

 

 

   

Auszüge aus Notizen des Pfarrers W. Koch

(Herressen, Sulzbach, Oberndorf)

 

1242    - Dietrich der Kahle, Schenk von Apolda, schenkt dem Kloster Heusdorf einen Weinberg, einen Fischteich und vier Höfe

              zu Utenbach, damit er  und seine Familie in Kloster beerdigt werden.

                

1291    - Lutolf  Vitztum von Eckolstedt eignet dem Kloster Heusdorf 3 Malter von 1 Hufe zu Herresssen

                

1463    - Der Vogt des Klosters in Heusdorf hat das höchste Gericht in Herressen

 

1499    - Streit zwischen dem Kloster Heusdorf und Christoph von Teubenheim über einen Weinberg bei Dornburg.

             Unter den Zeugen : " Etlich von Herßen, nämlich Martin Hayn und Martin Sybot "

                            

1520    - Bert Vitztum gibt dem Kloster Heusdorf 1 Hufe, 1 Hof zu Oberndorf, desgleichen in Herressen mit dem "Geding",

             daß das Kloster der Kapelle zu Rüdersdorf solle reichen 2 Scheffel und  1 Metze,  halb Korn, halb Hafer

                

1533    - war Herressen Filiale von Oberroßla, galt aber 1539 und 1554 als Filiale von Sulzbach

  

1556    - Mittwoch nach Andreas Vertrag zwischen der Gemeinde zu Herressen und der tugendsamen Frauen Elisabetgen Siebolts,

             Johannis  Siebolts nachgelassener Witwe. Wiese am  Trödellande  Trifft.

             Unterschriften: : Laurentius Vater, dieser Zeit Pfarr. Herr zu Sulzbach  

                 

1625    - Drei Todesfälle verzeichnet " auch als Pest "

  

1628    - ein Todesfall Pest 

  

1626    - die Kaiserlichen  Truppen zuerst in unserer Nähe. Reiterei Wallensteins Rastenberg überfallen und große Heereslieferungen

             ausgeschrieben.

                  

1627    - April : Kaiserliche in Camburg 

 

1628    - August : Kaiserliche in Apolda 

 

1629    - (Beginn des Kirchenbaues) die Wallensteinischen Truppen in Weimarischen Landen Kontributionen ausgeschrieben,

             bei der Eintreibung höchst grausam 

                        

1630    - Frühjahr : starke Einquartierungen 

 

1631    - die Kriegssitten immer wilder, nicht mehr Kontributionen - " Plünderungen "

 

1631    - Juni und Juli : " Zeit der Plünderung ". Nun grausamer Ernst : Auf den Höhen Wachen: Niedersenken eines Strohwisches,

             Dienstag und Freitags Betstunden, dazu jeder verpflichtet, die Feiern von Kirmes, Tanz und Saitenspiel bei Hochzeiten

             und Taufen verboten. Befehl  nicht mehr nötig Lustbarkeiten schon längst verstummt.               

                                 

1632    - Frühjahr : Apolda geplündert 

 

1634    - 3. Oktober: etwa 20 Soldaten in Herressen, auf  Glockenschlag  Sulzbach und Oberndorf zur Hilfe, wird 70 - jähriger

             erschossen. 

                                           

1635    - Apolda von Kaiserlichen geplündert

 

1636   - die letzten schlimmsten Jahre. Im Frühjahr die Kaiserlichen die Kelche in Sulzbach und Herressen mitgenommen.

             Im Sommer die Schweden, im Herbst nochmals die Schweden. 

                

1637    - Frühjahr (Estnacht) die Kaiserlichen die Äcker verwüstet, die von Menschen geackert. Sommer die Schweden in Herressen

             und Sulzbach einquartiert, geraubt, was gewachsen. Im Herbst (Michaelis) die Kaiserlichen unter General Götze

             abermals durchmarschiert!

             Im Frühjahr Seuche (Pest), der in Herressen : 53, in Sulzbach  36, in Oberndorf :108 zum Opfer !  Schon 36 Pest gewütet,

             Pfarrer davon gestorben. Von Juli 36 bis Januar 38 Sterbezeit " so groß ", dass niemand aufgezeichnet. 

                                            

1639    - Frühjahr - seitdem die Kaiserlichen da " Unmenschlich gehaust "

 

1640    - Frühjahr die Schweden wieder da. Gegend um Weimar schwer zu leiden. Die Einwohner nach Kapellendorf geflüchtet.

             164 "Hungers  gestorben " 

                           

1644    - schwere Unwetter (Hagel) das Getreide vernichtet

 

1645    - schwere Plünderungen

 

1647    - ebenso. September schwedische Reiter in Sulzbach erschossen. Oktober die Einwohner wieder nach Kapellendorf  

             wegen " Kaiserlichen Marsch "

                               

1648    - die Blattern viele Kinder 

 

1649    - noch pfälzische Soldaten im Quartier. Hunger und Pest schrecklich gehaust. Herressen vor dem Krieg  200 Einwohner

             (nicht zu niedrig geschätzt !). Ende 1640 noch 43 !!!!

                      

1650    - 19.August " lang erwünschtes " Friedensfest - gar festlich " begangen. Nur langsam von den tiefen Schäden

             des Krieges  erholt    

                  

                                                                 1660  =  100  Einwohner                          

                                                                 1680  =  115  Einwohner

                                                                 1780  =  117  Einwohner

                                                     erst    1860  =  211  Einwohner, Stand wie vor dem Krieg.  

       

             Auch die sittlichen Schädigungen haben lange nachgewirkt. Selbst Lehrer beschweren sich, daß Frau nicht treu.

             Zum Ende dieses Jahrhunderts eine starke Bewegung durch ganz Deutschland: wollen  wieder besser, ernster, heiliger

             werden. Die Folgen deutlich in Abendmahlsziffern:                         

               

1677    - knapp 200

 

1730    - über 400! In diesem Zeitraum kirchlicher Neubau, reges kirchliches Leben. Dann einl angsames Nachlassen.

             (Vielleicht durch Rückgang der Bevölkerung !) 

             Noch bei 117 Einwohnern, 320 Abendsmahlgäste ! Das heißt doch : die meisten 5 mal zum Abendmahl !

             Inzwischen wieder schwere Jahre über unsere Dörfer dahingegangen ! 

                                           

1756    - Im August der 7-jährige Krieg ausgesprochen ("da der alte Fritz strebt um Sachsens Besitz"),d er in den Jahren 1757 - 1762

             auch Thüringer trifft, vor allem auch die Weimarischen Lande (Anna Amalia -  Nichte Friedrich des Großen).

             Schlechte Zeiten vorausgegangen. 

                            

1756    - die Gemeinde Erlaßgesuch 511 Gulden Steuerschuld durch Mißwuchs und Schaden, durch größte Armut und Gefahren

             Leben gabe von 640 Äckern, 360 Scheffel Getreide, 4 Scheffel Rübsamen, 48 Schock Geldzinsen. 

                 

                 

1757    - 4. November (Tag der Schlacht bei Katzbach). Eine Bagage der Reichsarmee in Herressen, Sulzbach,  Oberndorf

             eingerückt.

             200 Mann, 250 Pferde. Verpflegung erpreßt. Außerdem Furage - Lieferung nach Eckolstädt. Herressen = 23 Scheffel Hafer,

             20 Zentner Heu. Mit 6 Karren, 4 Pferden und  40 Ochsen dorthin. Weiter nach Leipzig 12 Tage lang.                

             Mit Schubkarren und Tragekörben in finsterer Nacht!  " erbärmlich anzusehen ! " Von Weimar Oberstleutnant...

             (Nachts 11 Uhr ) traurige Bericht " Nirgens mehr  war zu finden, die Not noch nicht alle ". Am 6.11. die Nachricht

             von Roßbach: " die ganze Armee geschlagen,  gefangen- genommen und zerstreut." Abends nach Groß- und            

             Kleinschwabhausen weiter. Schon vorher arm nun gänzlich verarmt. 

                   

1806    - 14. Oktober der Schlachtenlärm. Viele Schaulustige, dann der Schrecken : Geschlagen, die Franzosen. Schlimm gehaust.

             Auch Kirche nicht verschont. Opferkasten erbrochen, sogar den silbernen Kelch mitgenommen !  " Die große Nation " ?

             Der erlittene Schaden wurde auf über 100 Taler berechnet !                 

                

1812    -  Napoleon auf der Flucht, Reste der " Großen Armee "

 

1815    -  große Französische Einquartierungen Ende Oktober nach der Schlacht bei Leipzig , zuerst die flüchtenden Franzosen,

              schlimm gehaust, dann die siegreichen Verbündeten. Ruhige Zeiten, die letzten Feindeshorden in  unserem Land.

              Doch schon vor dem Krieg um die Jahrhundertwende (1798) beginnen - der Verfall der Abendmahlssitten :

              1797 noch 367, 1850 nur noch 140.  1870=71 aus Herressen = Kriegsteilnehmer

                                 

1870   -   Ab 1870 steigende Bevölkerung, aber abnehmende Abendmahlsgäste :

 

                                                                      1875 - 244 - 144

                                                                      1900 - 272 -   73

                                                                      1905 - 298 -   62

                                                                      1919 - 349 -   49

                                                                      1915 - 394 -   62

                                                                      1925 - 425 -   34 

 

1890    -  Seit den 90er Jahren auch Rückgang der Kirchenbesucher. Klagender Ruf der Glocken " Warum kommt ihr nicht ? "       

                         

1914    -  28 Ausgerückt. Viele nachgefolgt.  13 geblieben.

 

 

    Weitere historische Daten aus der  Oberndorfer Chronik

      

 

Oberndorf war ein Bauerndorf. Bis 1945 wurden außer Fleisch und Getreide nichts anderes produziert. Nach 1945 wurde dem Rüben-, Tabak- und Gemüseanbau mehr Bedeutung beigemessen. Die Durchschnittsbodenwert-zahl liegt bei 55,5.

Die Oberndorfer Kirche, Filiale von Sulzbach, stammt aus dem 14.Jahrhundert. Über dem Eingang aber steht die Jahreszahl 1713. Das Langhaus und die dazugehörigen Türen wurden erst später gebaut. Der Erbauer der Orgel ist Witzmann, Stadtilm. Das Geläut besteht aus drei Glocken. In den Kriegsjahren ( im Winter 1941/42) wurden zwei entfernt, eine wurde später wieder gebracht und die dritte , eine aus Spenden finanzierte neue Glocke, konnte vom Bischof Mitzenheim am 03.12.1965  geweiht werden. Ein Ereignis, welches sich nicht so schnell wieder ereignen wird. Die Uhr im Kirchturm wurde von Frau Henriette Lisker gestiftet. Die Jahreszahl ist unbekannt. In dem großen Kirchgarten, ehemaliger Friedhof, steht u.a. eine große Eiche, welche am 11.11.1883 von Otto Liebeskind, als er 9 Jahre alt war, gepflanzt wurde. Am Ortsausgang von Oberndorf in Richtung Kapellendorf konnte man vor dem Toreingang noch einen Mühlstein stehen sehen. Dieser erinnerte daran, dass sich hier eine Mühle befand. Das Mühlrad hatte einen Durchmesser von 5,5 m und war somit das größte Wasserrad der fünf Mühlen im Moorental. Es wurde Anfang der 40er Jahre entfernt, da es zerfallen  war. Aus Archivakten haben wir erfahren können, dass es 1699 bereits eine Mühle in Oberndorf gegeben hat. Der damalige Müller Christian Hohndorf hatte  in dem gleichen Jahr einen Rechtsstreit im Zusammenhang mit dem Wehrneubau auszufechten.

Die Oberndorfer Schule wurde in den Jahren 1905 - 1908 neu erbaut. Das Apoldaer Tageblatt berichtet über die Einweihung der Schule am 13.11.1908. 1908 konnten sich die Einwohner von Oberndorf für die Belieferung von elektrischer Energie bei der Überlandzentrale Oberroßla anmelden. In einer Satzung  " Bedingungen zur Lieferung für die elektrische Energie zur Beleuchtung und Kraftübertragung durch die Überlandzentrale Oberroßla e.G.m.b.H. vom 19.Juli 1908" wurde informiert. Diese Satzung wurde im Jahr 1936 neu herausgegeben.

1905 am 2.Juli wurde der Sängerstein gesetzt. 1930 feierten die Oberndorfer Sänger des Vereins " Concordia " ihr 100. Stiftungsfest.

1912 wurde von der Firma Hübscher aus Jena die Oberndorfer Wasserleitung neu verlegt  (1.Bau der Leitung 1904, Inbetriebnahme 1905). Zum Zwecke des Wasserleitungsbaues nahm die Gemeinde auch Darlehn auf. So wurden z.B. vom Landwirt Karl Böhm, Oberndorf  4.000,00 M an die Gemeinde verliehen (Schuldschein v.1.3.1907 liegt vor). Der Landwirt Oskar Sander übergab leihweise der Gemeinde ebenfalls 4.000,00 M zum Wasserleitungsbau der Quellen von Karl Füllsack ( Schuldschein 1.10.1912). Zum Stiftungsfest des Turnvereins Schöten am 15.05.1920 konnte auch der Oberndorfer Turnverein begrüßt werden, schreibt die Apoldaer Zeitung am 20.2.1920. Im Jahr 1909 wurde zum erstenmal Kirmes mit einem Burschenverein gefeiert.1929 wurde die erste Burschenfahne geweiht. Diese Fahne hat Höhen und Tiefen überstanden..

1925 wurde in gemeinsamer Arbeit der Einwohner von Oberndorf mit dem Bau des Saales an der Südseite der Gaststätte begonnen. Im Januar 1926 war die festliche Einweihung.

 

Vom 16.10.1923 bis 31.03.1924 war Oberndorf in die Ortschaften Herressen - Sulzbach eingemeindet gewesen. Es gehörte zur Bildung des Kreises Apolda und später zum Landkreis Weimar.

Im Zusammenhang mit der Zusammenlegung der Orte Herressen - Sulzbach - Oberndorf wurden 1924 die Ortschöffen benannt. 1935 erscheint für die Gemeinde Oberndorf eine neue Hauptsatzung, 1936 wird sie geändert und neu bestätigt. 1942 wird wiederum eine Änderung der Hauptsatzung der Gemeinde herausgegeben.

Außer den schon bestehenden Feuerwehrverein, Gesangsverein, Turnverein, Burschengesellschaft wird am 01.02.1936 die Sparte T 335 der Kaninchenzüchter gegründet.

Am 11.05.1936 war wohl in Oberndorf die größte Hochwasserkatastrophe. An einem Stein in der Dorfmitte und an der Mauer der Gaststätte hatte man eingemeißelt wie hoch das Wasser gestanden hat.

Nach Ende des Krieges 1945 musste man die traurige Nachricht erfahren, dass auch der 2.Weltkrieg seine Opfer forderte. Wie auch nach dem 1.Weltkrieg waren Männer von Oberndorf als Gefallene und Vermisste zu beklagen.

Diesen Männern zu Ehren wurde eine Gedenktafel angefertigt und am Kriegerdenkmal aufgestellt. Dafür gingen im Jahr 1957 Fritz Scherneck und Hans Koch mit einer Spendenliste von Haus zu Haus, obwohl diese Aktion zu der damaligen Zeit mit einem großen Risiko verbunden war.

Aus Protokollen der Gemeinderatssitzungen ist zu entnehmen, dass in den Jahren 1946 bis 1950 viel unternommen wurde, um den Einwohnern zu helfen. Es wurden Beschlüsse gefasst, u.a. über Hausbrand, Vergabe von Holz an Bedürftige, Verpachtung der ledigen Gemeindeäcker und vieles mehr.

Weiterhin wurden vom Kreisamt Weimar Gemeinden verpflichtet im Thüringer Wald Holz zu schlagen; auch Oberndorf gehörte dazu. Es wurde ein Ortsgesetz geschaffen, wo Leute aufgefordert wurden das Holz zu schlagen und Pferdebesitzer mussten das Holz abfahren.

1947 kam in einer Gemeindevertretersitzung zur Sprache, dass eine Konsumgenossenschaft im Gemeindegasthof errichtet werden soll.

Auf Grund der Umsiedler verdoppelte sich fast die Einwohnerzahl von Oberndorf.

Auch das trug dazu bei, dass 1950 die Trinkwasserleitung (Wiegenbach) erneuert und die Energiefreileitung ausgewechselt wurde. Die Durchgangsstraße erhielt einen Pflasterbelag.

Nach dem Hochwasser 1953 wurde viel unternommen, damit künftig Schäden so gering wie möglich gehalten  werden. So wurde z.B. ein Teilstück des "Steingrabens " verrohrt, die Kanalisation in der Gasse sowie die Verrohrung offener Gräben im Gemeindezentrum in Bürgerinitiative vorgenommen.

 

1960 im Februar wurde die LPG Typ III " Werlitzgrund" und im März die LPG Typ I " Gute Hoffnung " gegründet. Bis dahin befanden sich 32 ablieferungspflichtige landwirtschaftliche Privatbetriebe in der Gemeinde.

Die Umgestaltung der Privatbetriebe zur Genossenschaft hatte viele Unstimmigkeiten und Unruhen unter die Bauern gebracht. 

1966 wurde die Lehrerwohnung instandgesetzt und die Klassenräume der Schule wurden mit neuen Möbeln und Neonbeleuchtung ausgestattet. 

1967 wurde ein Kindergarten durch Um- und Ausbau eine Wohnhauses errichtet. 

1968 wird ein Mehrzweckgebäude neben der Gaststätte gebaut. Darin befinden sich Räume der LPG, u.a. das Büro sowie ein  Speiseraum. Im unteren Bereich befindet sich die Feuerwehr, die dann im Jahr 1970 ein Löschfahrzeug Typ " Robur ", erhält.

1970 soll im allgemeinen das Ortsbild verschönert werden. So erhält z.B. der Friedhof einen neuen Zaun, Koniferen werden angepflanzt, Grünanlagen und Rosenrabatten angelegt.

1971 werden alle Mittel für den Straßenbau konzentriert. Die Straßen werden mit verworfenen Betonplatten vom Wohnungsbau belegt. Auf den Fußwegen werden Gehwegplatten verlegt.

Eine Ärztezimmer wird neu errichtet und seiner Bestimmung übergeben. 

Im Juni 1971 wird die Selbstbedienungsverkaufsstelle nach Um- und Ausbau eröffnet.  

Nachdem es 1969 zum Zusammenschluß beider LPG's - zur LPG Typ III kam, wurde 1972 eine Bullenmastanlage für etwa 120 Tiere gebaut. 

1974 beginnen die Bauarbeiten für ein Naherholungszentrum mit Schwimmbad. 

1976 wird das Naherholungszentrum fertiggestellt, das Energienetz wird erneuert und eine neue Ortbeleuchtung ist beschafft. 

1977 ist nach fast dreijähriger Bauzeit das Naherholungszentrum eingeweiht. Es wird eine transportable Kegelbahn angeschafft.

1978 werden zwei private Handwerksbetriebe eröffnet, eine Kfz-Werkstatt und eine Autolackiererei. 

1979 beginnen durch die Fa. Flicke, Apolda Bauarbeiten an der Kirche, es geht sehr schleppend voran. Vom Kreiskirchenamt wurde eine Feierabendbrigade gestellt um den Turm mit Schieferersatz neu zu decken. Man wollte weitere Bauarbeiten im Anschluss daran durchführen, aber die Schwierigkeiten der Beschaffung von Materialien, d.h. die Kapazitäten waren so erheblich, dass alles stagnierte. 

1979 wird für die Gemeinden Herressen - Sulzbach - Oberndorf - Kapellendorf in Sulzbach eine neue Schule eingeweiht. Alle Schüler sind jetzt dort untergebracht. 

Das ehemalige Schulgebäude in Oberndorf wird 1984 um- und ausgebaut und noch eine zusätzliche Wohnung geschaffen.

In einem ehemaligen Stallgebäude wird im gleichen Jahr mit dem Bau einer Kegelbahn begonnen.

Auch ein Eigenheim wird fertiggestellt. 

1985 sind Werterhaltungsmaßnahmen im Naherholungsgebiet angesagt, die Befestigung von 100 m Nebenstraße, die Kegelbahn wird weiter gebaut, die gesamte Ortslage soll verschönert werden. Es werden Jungbäume angepflanzt sowie vier Fassaden neu gestaltet.

Es sind wieder zwei Eigenheim fertiggestellt und es beginnt der Bau eines weiteren Hauses. 

1987/88 wurde die Gaststätte und 1988/89 der Saal rekonstruiert. Im Küchentrakt wurden Erneuerungsarbeiten vorgenommen. Die Toilettenanlage wurde neu installiert. Der damalige Wirt, Gert Taudte hat bei diesen Baumaßnahmen sehr viel Eigeninitiative gezeigt. 

1989/90 kam die Wende, die Wiedervereinigung beider deutscher Staaten und mit ihr die Währungsunion. Nun musste man umdenken. Vieles wurde anders, auch in unserer Gemeinde. Ein großer Teil der Berufstätigen verlor den Arbeitsplatz.

Die landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft hat man zu einer Agrargenossenschaft umgewandelt. Es wurden zwei Geschäftsführer eingesetzt. Die Geschäftsleitung ist weiterhin in Kapellendorf.

Die Familien Reibe und Wünscher nahmen ihre landwirtschaftlichen Nutzflächen zurück und haben sich privatisiert, sie wurden Wiedereinrichter. 

Positiv ist zu erwähnen, dass die Kirchengemeinde Oberndorf mit der Kirchengemeinde Lauffen-Albstadt Kontakte geknüpft hat. Man besucht sich gegenseitig und es herrscht reges Interesse.

Auch die Gemeindeverwaltung sucht Patenschaft mit einem Ort namens Oberndorf. Viele werden angeschrieben. 1991 wird mit Mauern , Nachbargemeinde Oberndorf, Briefwechsel geführt, der erste Besuch vereinbart und der Gegenbesuch lässt auch nicht lange auf sich warten. Es sind gesellige Zeiten mit diesen netten Leuten.

Herr Neff aus Mauern überzeugt sich bei so einer Gelegenheit von der hiesigen Flur und entschließt sich, hier Jagdpächter zu werden.

1991 ist dann mit der Baumaßnahme Kegelbahn ein endgültiges " Aus ". Bis dahin war es eine Investruine, wo doch anfangs rege Bautätigkeit herrschte. Eine fünfstellige Geldsumme hätte man haben müssen, um den Bau zu vollenden - aber woher das Geld nehmen ?

Im Herbst 1991 bekommt die Oberndorfer Feuerwehr neue Technik. Inzwischen gibt es im Ort eine aktive Feuerwehr und einen Feuerwehrverein. 

Im September 1991 wird die Konsumverkaufsstelle geschlossen. Es fand sich niemand, der die Verkaufsstelle privat übernehmen wollte. 

Aus den Räumlichkeiten und dem angrenzenden ehemaligen Backhaus ist ein Vereinszimmer entstanden.

Zur Eröffnung am 27.01.1992 waren von jedem Verein ( Feuerwehr, Kegler, Kaninchenzüchter, Jagdgenossenschaft, Jugend, Kirche, Rentner, Gemeindevertreter) zwei Mitglieder anwesend.

Von nun an können die Vereine ihre Zusammenkünfte hier abhalten oder Familienfeiern stattfinden. Zur Planung hängt eine Kalender aus, wo sich jeder eintragen lassen kann. Der 1.Rentnernachmittag fand im Februar 1992 dort statt.

Für die Senioren der Ortschaft wird ca. alle 6 - 8 Wochen so ein Nachmittag von Frau Karla Scherneck und Frau Käthe Tänzer mit der jeweiligen ABM - Kraft für Kommunale Dienste, organisiert. Die guten Feen lassen sich immer etwas einfallen, um die Nachmittage so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten. Für diese Mühe gebührt den Frauen Lob und Dank. 

An der B 87 soll ein Gewerbegebiet entstehen. Das heißt, Oberndorfer Flur ist gefragt. Man entschließt sich Feld zu verkaufen.

Im April 1992 erfolgt u.a. auch durch unseren damaligen Bürgermeister, Herrn Tümmler, der erste symbolische Spatenstich - es wird ein Baum gepflanzt.. Bei dieser Aktion sind noch die Ministerin Frau Lieberknecht, Herr Müller - Bürgermeister von Apolda, Herr Eulenstein, Bürgermeister Sulzbach, um nur einige zu nennen , mit dabei. Das Gewerbegebiet wird eine  Fläche von 60 ha haben. Das Oberndorfer Bad wurde aus finanziellen Gründen 1992 geschlossen.

Es wird seit Mai 1992 über einen Freizeitpark in der Gemarkung Oberndorf gesprochen. Als endgültige Größe des Parks sind 40 ha vorgesehen, die erste Ausbaustufe soll sich zwischen 13 und 15 ha erstrecken. Eigens zur Projektplanung des Freizeitparks kam die Fa. Erdt und Partner, vertreten durch Herrn Wichmann, nach Oberndorf.

Seitens der Stadtverwaltung Apolda sowie des Landratsamtes gab es Kritiken, da die Gemeinde Oberndorf ohne vorherige Information an genannte Dienststellen geplant und gehandelt habe.

Schon Mitte Mai 1993 kam das " Aus " für den geplanten Freizeitpark. Naturschützer sind dagegen. 

1992 entsteht außer dem Projekt Park noch ein Projekt für ein neues Wohngebiet in der Gemeinde. Eigenheime im kanadischen Stil sollen am Ortseingang (Blaurain) erbaut werden. 80 Häuser sind geplant, am Ende der Bauzeit sind es gerade zwei, die errichtet worden sind.

 Die Arbeiten an der Abwasserleitung haben begonnen, in der Oberndorfer Flur wird ein Abwassersammler entstehen.

Die Durchgangsstraße Sulzbach-Oberndorf wird erneuert. Für geplante Straßenbauarbeiten nimmt die Gemeinde eine Kredit von 500.000,00 DM auf, die Stadt Apolda übernimmt die Bürgschaft. Die Mittel sind zur Finanzierung der Erneuerung Mittelgasse und Wiegendorfer Weg vorgesehen. Die Mittelgasse wurde fertiggestellt, für den Wiegendorfer Weg blieb kein Geld übrig. Im Zuge der Bauarbeiten der Straße Sulzbach - Oberndorf wurden die Maßnahmen bis zur Kapellendorfer Straße weitergeführt. Der 2. Bauabschnitt der Kreisstraße Richtung Kapellendorf begann am 17.Mai 1993. 

Am 16.04.1993 läßt sich Bürgermeister Steffen Tümmler auf eigenen Wunsch abberufen. Hartmut Sander übernimmt ehrenamtlich das Amt und ist gleichzeitig Abgesandter der Stadtteilverwaltung im Stadtparlament. 

Seit dem 06.05.1993 sind die Moorentalgemeinden Herressen, Sulzbach, Oberndorf Stadtteile von Apolda.

Trotz Eingliederung in die Stadt Apolda bleibt der dörfliche Charakter bestehen, Traditionen werden gewahrt, das Vereinsleben wird ausgebaut und weitergeführt. Veranstaltungen wie Kirmes, Osterfeuer und ähnliches, werden nach wie vor stattfinden. Der Oberndorfer Kindergarten wird am 31.07.1993 geschlossen. Die Eltern müssen ihre Kinder in andere Kindergärten bringen. Herressen übernimmt den größten Teil der Kinder.

1993 baut die Familie Beuthe die ehemalige Dorfschmiede zu einer kleinen ( ca. 40 Plätze) Gaststätte um. 1994 kann jeder Haushalt sich einen Telefonanschluß legen lassen. Im Ort wird außerdem ein neues Telefonhäuschen errichtet. Bundesweite einheitliche Vorwahlnummern gibt es bereits seit 1992. 

Im April 1994 gibt es Regengüsse mit Folgen. Am 12.4. gegen 20.00  Uhr sind die Bäche Werlitz und Wiegenbach so angestiegen, dass nur noch ca. 20 cm bis zu den Brücken fehlt. Die Ortsfeuerwehr ist im Einsatz. Am 13.April nachmittags hat sich die Lage wieder normalisiert.

In der Region Apolda gibt es im Juli erneut extreme Unwetterschäden.

 

Juni 1994, die Kommunalwahlen stehen vor der Tür. Oberndorf wählt zu ersten Mal einen Ortbürgermeister.

Als Kandidaten bewerben sich Frau Rosa-Marie Sander und Herr Hartmut Sander. Am 12.06.1994 kann man nach Auszählung der Wählerstimmen Herrn Sander zum Ortbürgermeister gratulieren. Es  ist  eine ehrenamtliche Aufgabe. Für die Bürger werden Sprechzeiten festgelegt.

1995 im März muss Herr Sander das Amt aus gesundheitlichen Gründen abgeben. Durch eine neue Wahl wird Herr Rüdiger Eisenbrand Bürgermeister. Herr Eisenbrand ist wohnhaft in Oberndorf, verheiratet und hat drei Töchter. Er ist von Beruf Lehrer und unterrichtet in Jena an einem Gymnasium. 1997 wird die Böhmsgasse von Grund auf erneuert. Die Anwohner mussten sich mit 50% der Kosten beteiligen. Die Gesamtkosten  sind 89.000,00 DM. 

Das ehemalige Schwimmbad, das dazugehöriger Gebäude sowie die Außenanlagen sind in der Pflege der Feuerwehr. 1998 beginnen die Mitglieder der aktiven Feuerwehr sowie des Feuerwehrvereins mit Instandhaltungsarbeiten am Gebäude. Gleichzeitig übernehmen die  Mitglieder die Umbauarbeiten an dem ehemaligen Mehrzweckgebäude. Hier sollen ein Versammlungsraum, Lagerraum, Umkleideraum sowie Unterstellmöglichkeiten für das Löschfahrzeug neu entstehen. Im gleichen Gebäude soll das Büro des Ortbürgermeisters seinen Sitz bekommen. 

In den Monaten Juni/Juli 1998 wurde durch die Energiewirtschaft in die Dorfmitte ein neues Trafohaus gesetzt.

    

     

 

Die Entwicklung des Dorfes nach der Wende 1989

 

 

     1993 ...1995      - Erneuerung der Kreisstraße Kapellendorfer Str. und Erneuerung der ehemaligen Mittelgasse, jetzt  "In der Gasse"

    

     2002 ... 2003     - Erneuerung der Haupterschließungsstraße "Wiegendorfer Weg"  Länge 320 m, Fahrbahn, Gehweg, Beleuchtung, Parkflächen,

                                   Entwässerung und Grünanlagen.

   

     2004                   - Weiterführung des "Wiegendorfer Weges" einschließlich Grunderneuerung des Dorfteiches und Parkanlage                            

                                 - Erster Adventsnachmittag und Hoffest am Kastanienhof bei Familie Fenge.

     

     2005                  - Neuaufbau der 80 m langen Kirchgartenmauer einschließlich der drei Eingangspforten (2 Überdachungen) in Eigenleistung

                                - Kirchturmsanierung komplett.

                                - Um- und Ausbau der Freuwilliger Feuerwehr, Sozial- und Umkleideräume, Aufenthaltsraum, Küche

                                - Einrichtung eines Ortsbürgermeisterbüros

 

     2006                 -  Sanierung Kirchenschiff Außenputz

                               -  Dorfplatzerneuerung

                                - Erste öffentliche Übertragung der Fußballweltmeisterschaften im Kirchgarten als "public-viewing".

 

     2007                  - Enthüllung des neurestaurierten Kriegerdenkmals

                                - Weitere 21 erschlossene Baugrundstücke wurden im Neubaugebiet Am Blauraine von der Stadtentwicklungsgesellschaft mbH zum

                                  Verkauf und Bebauung angeboten. 

               

     2009                 - Einweihung des neuen elektrischen Glockengeläutes in Kirche "Sankt Anna"

                               - Malermäßige Restaurierung des Kirchenschiffes in der Kirche.

 

     2012                 - Restaurierung des Chorraumes der Kirche "Sankt Anna"

 

     2013                 - Sanierung des Kirchgartenweges (Neupflasterung)

                               - Durchführung des 10. Adventsnachmittages und Hoffest mit über 100 Teilnehmern, Besuch der Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht.

 

    2014                  - Verlegung eines Glaskabels zur Erreichung eines "schnelleren Internetes" für den ländlichen Raum durch die Fa. encoline GmbH aus Gera.    

 

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